Dorferneuerung in der DDR und in Sachsen-Anhalt

Die Dorferneuerung lebt von der Zusammenarbeit sich betroffen fühlender Menschen und hat letztlich darin auch ihren Sinn." (Wilhelm Landzettel)

Modellvorhaben "Dorferneuerung in der DDR" 

"Geschichte zeitigt auch Geschichten. Da trafen sich bereits im Herbst 1989 einige Persönlichkeiten aus der Nachbarschaft der Altmark, der Swinmark und des Isernhagener Landes.(...) Sie entschieden sich, für eine ausgewählte Gemeinde (Diesdorf)modellhaft eine partnerschaftliche Aktion in Form einer Dorferneuerungsplanung durchzuführen, die von Niedersachsen aus betreut und finanziert werden sollte. Über das Amt für Agrarstruktur Braunschweig gelangte diese Idee zum damaligen Ministerpräsidenten Dr. Ernst Albrecht und an das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bonn. Dort wurde die nidersächsische Initiative mit der Dorferneuerung Diesdorf aufgegriffen und mit dem zuständigen Ministerium der DDR in Berlin erörtert. Hiervon ausgehend wurde das Modellvorhaben "Dorferneuerung in der DDR" entwickelt, an dem insgesamt 32 Dörfer aus allen 14 Bezirken teilnehmen sollten." (Horst Rakow)

Die modellhafte Dorferneuerungsplanung im schönen Dorf Diesdorf in der Altmark war meine erste Dorferneuerungsplanung außerhalb von Niedersachsen.  Die beiden Dörfer Dingelstedt am Huy und Hötensleben folgten schnell aufgrund persönlicher Beziehungen zum Braunschweiger Amt für Agrarstruktur.

Dorferneuerungsprogramm Sachsen-Anhalt

Auf der Grundlage der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" wurden am 2.12.1991 neue Richtlinien zur Förderung der Dorferneuerung in Sachsen-Anhalt erlassen. Jährlich wurden zahlreiche Dörfer neu in das Programm aufgenommen, das mit dem Aufnahmejahr 2003 mit der Aufnahme der letzten 70 Dörfer vorläufig endete. 

In diesen Dörfern war ich an der Aufstellung des Dorferneuerungsplans und der Umsetzung von vielen öffentlichen und privaten Maßnahmen beteiligt. Sie liegen schwerpunktmäßig im nördlichen Harzvorland, in der Börde und in der Altmark. Auf diese Weise konnte ich Sachsen-Anhalt in seiner Landentwicklung begleiten und dabei das Land kennen- und schätzen lernen.

  • Diesdorf, Altmarkkreis, OT Diesdorf (Modellvorhaben in der DDR) zusätzlich OT Dülseberg
  • Immekath, Altmarkkreis
  • Miesterhorst, Altmarkkreis
  • Tylsen, Altmarkkreis
  • Wieblitz, Altmarkkreis
  • Eversdorf, Altmarkkreis
  • Hötensleben, OT Hötensleben, OT Kauzleben, LK Börde,
  • Neuwegersleben, LK Börde
  • Völpke, OT Badeleben, LK Börde
  • Beckendorf-Neindorf, LK Börde
  • Kloster Gröningen, LK Börde
  • Bebertal, OT Alvensleben, OT Dönstedt, LK Börde
  • Bornstedt, LK Börde
  • Ackendorf, OT Ackendorf, OT Glüsig, LK Börde
  • Nordgermersleben, OT Nordgermersleben, OT Tundersleben und OT Brumby, LK Börde
  • Dingelstedt am Huy, OT Dingelstedt, OT Röderhof, LK Harz
  • Eilenstedt, OT Eilenstedt, OT Haus Neindorf, LK Harz
  • Eilsdorf, LK Harz
  • Anderbeck, LK Harz
  • Huy-Neinstedt, LK Harz
  • Badersleben, LK Harz
  • Schlanstedt, LK Harz
  • Dedeleben,  OT Dedeleben, OT Westerburg, LK Harz
  • Athenstedt, LK Harz
  • Groß Quenstedt, LK Harz
  • Harsleben, LK Harz
  • Emersleben, LK Harz
  • Rieder, LK Harz
  • Stangerode, LK Mansfeld-Südharz
  • Bräunrode, OT Bräunrode mit OT Friedrichrode und OT Willerode, LK Mansfeld-Südharz

Meine Arbeit in den Dörfern Sachsen-Anhalts empfinde ich als meinen ganz persönlichen Beitrag zur Entwicklung Sachsen-Anhalts, wo ich sehr viel gelernt habe, vor allem das genaue Zuhören. Am meisten freut es mich, dass ich über die langen Jahre hinweg anerkannt blieb und noch immer dort tätig sein darf. So durfte ich in 2009 den Dorferneuerungsplan von Dedeleben in der Gemeinde Huy im Rahmen eines Bodenordnungsverfahrens aktualisieren.